Willibald Lay                       und die                          DJK Saarlouis-Roden

                                                      

 

oder

 

ein 80jähriger                            und                              eine 95jährige

 

zwei unzertrennliche, reifere Jahrgänge, deren

     Herzen (fast nur) für den Handball schlagen.

 

Die DJK Saarlouis-Roden möchte heute dem Jubilar Willibald Lay ganz besonders zum seinem 80. Geburtstag gratulieren.

Willibald ist seit Jahrzehnten weit über die Vereins- und Stadtgrenzen hinaus für seine Hingabe für den Handballnachwuchs bekannt und geschätzt. Sein Engagement im Verein, in den Schulen als auch außerhalb der Halle sucht seines Gleichen.

Natürlich kann eine Aufzählung seiner besonders erwähnenswerten Etappen zum heutigen Jubeltag keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erheben. Zum einen waren es mit Sicherheit noch viele weitere Höhepunkte oder auch ganz alltägliche Dinge, die Willibald‘s und auch unser Vereinsleben mitgeprägt haben, zum anderen würde dies sicherlich auch den Rahmen sprengen.

Trotzdem ist hier und heute der richtige Anlass, nochmals ein paar Eckdaten der vergangenen Jahrzehnte in Erinnerung zu rufen.

Wenn wir auf Willibald’s „Privatleben außerhalb der Halle“ blicken, sehen wir einen gelernten Schlosser, der danach als Beamter der Deutschen Bundesbahn sein Geld verdiente, bevor er vor zig Jahren in den „Un-Ruhestand“ wechselte. Den, auch aus unserer Sicht, größten Glücksfall erlebte Willibald, als er Gitta heiratete. Eine Ehefrau, die so oft hinter der Handballleidenschaft eines Mannes zurücksteht, gibt es sicherlich nicht viele. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an Gitta. Das Familienglück wurde durch die beiden Kinder Monika und Christoph komplett, deren Kinder dem Opa heute sehr viel Freude bereiten.

Nun aber zu Willibalds DJK-Leben. Er spielte selbst seit seinem 13. Lebensjahr Handball, damals noch Feldhandball beim Sportklub Roden. Nach Wiedergründung der DJK 1958 wechselte er dann zu seiner DJK. Er spielte aber auch in der Halle Handball, wie Mannschaftsfotos der „Alten Herren“ aus den 70er belegen.

Handball spielen alleine reichte ihm offensichtlich nicht, denn 1963 machte er seinen Trainerschein und 1964 stieg er als Jugendleiter in die Vorstandsarbeit ein. Seit dieser Zeit ist er ununterbrochen im Vorstand aktiv, mal als Beisitzer, mal als Pressewart.

1967 gründete Willibald gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden Matthias Görg und den Sportfreunden Walter Recktenwald und Herrmann Lubjuhn die Damenabteilung der DJK, die seit damals Bestand hat und aktuell sportlich sehr erfolgreich ist.

Den ersten Zeitungsartikel, unter dem der Name Lay stand, konnten wir im Juni 1971 lesen. Danach sind seine Berichte über Jahrzehnte unter dem Kürzel ly oder wl regelmäßig in der Presse zu finden.

1970 übernahm Willibald eine E-Jugendmannschaft, die er bis zur B-Jugend begleitete. Nach einem Jahr Pause begann dann die bis heute andauernde Zeit, in der Willibald jedem neuen Jahrgang im unteren Jugendhandballbereich die ersten Schritte beibringt, ganz gleich ob in der E, dann in der F oder jetzt bei den Minis. Vielen werden die von Hand gezogenen Kreise auf der braunen Filzwand der Steinrauschhalle noch in Erinnerung sein, an der die Grundlagen für alle weitern Übungen gelegt wurden.

Immer öfter bringen Eltern ihre Kinder zu Willibald, weil der auch ihr erster Trainer war und es für sie gar nicht anders vorstellbar ist, als dass auch ihr Nachwuchs bei Willibald das Handballspielen lernt.

Überschlägig haben nicht weniger als 1000 Kinder bei Willibald mit dem Handball angefangen, wobei es für ihn nie wichtig war bzw. ist, aus welchem Elternhaus das Kind stammt, ob es krank oder behindert ist. Nur das Kind und sein Spaß am Handball zählt, und das noch heute.

Wie viele Spielerinnen oder Spieler später zu erfolgreichen (B-) Nationalmannschaftsspielern, Jugendnationalmannschafts-, Südwestauswahl-, Saarauswahlspielern oder Bundesligaakteuren wurden, lässt sich gar nicht mehr sagen, dafür waren es zu viele und der Zeitraum seit 1970 riesig.

Aus dieser gigantischen Zahl an Handballerinnen und Handballern gibt es wohl niemanden, der Willibald nicht sofort begrüßt, wenn er ihn in der Halle sieht. Bei Heimspielen der 1. Herrenmannschaft wird der Ordner Willibald von Groß und Klein immer mit einem freundlichen Hallo empfangen. Handballgrößen wie Christian Schwarzer gehen auf Willibald zu, um ihn zu begrüßen.

In den letzten Jahrzehnten erlebte Willibald mit der DJK auch unzählige freundschaftliche Begegnungen, ob im Ausland, wie z.B. Brasilien oder St. Nazaire, oder aber auch innerhalb Deutschlands, wie z.B. in Emmendingen oder Karl-Marx-Stadt.

Aber auch außerhalb seiner Heimat-DJK war er ein geschätzter und erfolgreicher Trainer. Im Zeitraum von 1977 bis 1989 war Willibald der Bundestrainer der männlichen DJK-A-Jugend-Bundesauswahl.

Er erlebte als Bundestrainer 4 Fizep-Europameisterschaften; 1987 in Arnheim/Holland, 1983 in Wien, 1979 in Mönchenglabbach und 1977 in Klagenfurt. 1979 wurde die von ihm trainierte Mannschaft sogar Europameister. Und ganz nebenbei waren auch immer Spieler seiner Rodener DJK dabei.

Von 1990 bis 1993 war er Betreuer der weiblichen DJK-A-Jugend-Bundesauswahl.

1995 war er einer der Befürworter und Betreiber der heute noch funktionierende HG Saarlouis. Auch in dieser Spielgemeinschaft ebbte sein Engagement für die Jugend nicht ab. Er „kämpft“ noch heute um die Rechte seiner Handballkids und fördert unaufhaltsam den Handballnachwuchs in Saarlouis.

Voriges Jahr veranstaltete er sein 50. Miniturnier in der Stadtgartenhalle. Innerhalb des HVS ist das schon traditionelle Nikolausturnier gar nicht mehr wegzudenken.

Auch ein Phänomen ist, dass er es in all den Jahren immer wieder schaffte, die Eltern zu begeistern, außerhalb des Spielfeldes mitzuhelfen, und den Kindern damit eine Gemeinschaft zu bieten, die ihres gleichen sucht. Jahr für Jahr werden „seine Muttis“ aktiv, wenn es um Kuchenbacken und Verkauf geht. Hier lernen dann auch die Eltern für die Folgejahre ihren Beitrag zur Gemeinschaft einzubringen, was den Trainern in den höheren Altersklassen oft zu Gute kommt.

Aktuell ist er an 5 Grundschulen im Landkreis Saarlouis in Handball-AGs oder Kooperationen mit Schulen aktiv und ist hier sehr erfolgreich bei der Gewinnung der nächsten Jahrgänge für unseren Sport. Kein Weg ist ihm dabei zu viel. Grundschulmeisterschaften ohne Willibald – ob es die jemals gab? Jedes Jahr tritt er hier gleich mit mehreren Mannschaften an, die immer wieder im oberen Leistungsniveau anzutreffen sind.

Die DJK Roden wünscht dem Träger der saarländischen Ehrennadel und vieler weiterer sportlicher und gesellschaftlicher Ehrenzeichen noch viele Jahre bei guter Gesundheit gemeinsam mit seiner Frau Gitta und der Familie und vor allem mit seinen Handballkids in der Halle.

Willibald, genieße diesen Tag und bleibe uns allen noch lange so erhalten, wie Du bist – einmalig!

 

 

Der Vorstand der DJK Saarlouis-Roden e.V.